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<title>Tritiummethode</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Tritiummethode</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Die <b>Tritiummethode</b> ist eine kostengünstige Analysemethode unter Verwendung des <a href="Isotop" title="Isotop">Wasserstoffisotops</a> <a href="Tritium" title="Tritium">Tritium</a>. Hauptanwendungsgebiete sind die Mineralwasserhydrogeologie, um detailliertere Einsichten in den Mineralwasserkreislauf zu erhalten, sowie die <a href="Ozeanografie" class="mw-redirect" title="Ozeanografie">Ozeanografie</a> und <a href="Limnologie" title="Limnologie">Limnologie</a>, um genauere Auskunft über die Strömungsmuster von Gewässern zu gewinnen. Sie wird außerdem in der <a href="Geschichte" title="Geschichte">Geschichtsforschung</a> zur Datierung von <a href="Wein" title="Wein">Weinen</a>, Wasserproben und wasserhaltigen Funden ab 1954 verwendet.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anwendung">Anwendung</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Anwendung_in_der_Mineralwasserhydrogeologie">Anwendung in der Mineralwasserhydrogeologie</h3></div>
<p>In der Mineralwasserhydrogeologie wird die Tritiummethode vor allem als bewährtes Werkzeug zur Optimierung der Bewirtschaftung von <a href="Mineralwasser" title="Mineralwasser">Mineralwasservorkommen</a> verwendet. Messungen des Gehaltes an <a href="Tritium" title="Tritium">Tritium</a> ermöglichen Beobachtungen von hydrologischen Systemen in zeitlichen Maßstäben, welche durch direkte Messmethoden nicht in gleicher Weise erfasst werden können. Die zentrale Aufgabe liegt dabei bei der Altersbestimmung von Grund- und Mineralwässern. Man versteht bei solcherlei Gewässern die Zeitspanne, die das Wasser im Untergrund verweilte und zirkulierte, seit der <a href="Niederschlag" title="Niederschlag">Niederschlag</a> im Untergrund versickert ist. Man spricht hier von der sogenannten <a href="Verweilzeit_(Grundwasser)" title="Verweilzeit (Grundwasser)">Verweildauer</a>. Sie ist ein Maß für die Dauer der Reinigungs- bzw. Filterwirkung des geologischen Untergrundes. Da sich im Grund- oder Mineralwasser jedoch die Niederschläge mehrerer Jahrgänge vermischen, lässt sich keine exakte Verweildauer errechnen, man spricht daher von einer mittleren Verweilzeit, kurz MVZ genannt. Speziell in der Tritiumgehaltsbestimmung sind mittlere Verweilzeiten von einigen Jahren bis zu mehreren Jahrzehnten möglich. Das heute in der <a href="Hydrosph%C3%A4re" title="Hydrosphäre">Hydrosphäre</a> vorhandene Tritium stammt zum größten Teil aus den <a href="Kernwaffe" title="Kernwaffe">Kernwaffenversuchen</a> der Jahre 1953 bis 1963. Während der Niederschläge in diesen Jahren stieg die Tritiumkonzentration um mehr als das Tausendfache der natürlichen Konzentration an; seit Mitte der 1960er Jahre nimmt diese jedoch aufgrund der Einstellung der oberirdischen Kernwaffenversuche wieder kontinuierlich ab.
</p><p>Neben Verdünnungsvorgängen liegt dies vor allem an dem radioaktiven Zerfall (<a href="Halbwertszeit" title="Halbwertszeit">Halbwertszeit</a>: 12,3 Jahre). In <a href="Mitteleuropa" title="Mitteleuropa">Mitteleuropa</a> liegen die Tritiumgehalte zurzeit bei ca. 10 TU. Eine Tritiumeinheit (TU) ist dabei der Anteil von einem Tritium-Isotop auf 10<sup>18</sup> <sup>1</sup>H-Atome. Bei 1 TU hat eine Probe eine <a href="Aktivit%C3%A4t_(Physik)" title="Aktivität (Physik)">Aktivität</a> von 0,119 Bq/l.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Anwendung_in_der_Ozeanografie_und_der_Limnologie">Anwendung in der Ozeanografie und der Limnologie</h3></div>
<p>Ebenfalls findet die Tritiummethode in der <a href="Ozeanografie" class="mw-redirect" title="Ozeanografie">Ozeanografie</a> und der <a href="Limnologie" title="Limnologie">Limnologie</a> Anwendung. Durch die Bestimmung der Tritiumkonzentration in unterschiedlichen Wasserschichten ist es möglich, das Strömungsmuster eines Gewässers sichtbar zu machen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Anwendung_in_der_Geschichtsforschung">Anwendung in der Geschichtsforschung</h3></div>
<p>In der Geschichtsforschung ist es möglich, durch die Tritiumanalyse wasserhaltige Funde nach 1954 genau zu bestimmen. Vor allem bei der Datierung von Weinen wird diese Methode angewendet. Eine natürliche Menge an Tritium ist nur bei Weinen, die vor 1954 hergestellt wurden, enthalten. So ist es möglich, die Echtheit eines älteren Jahrgangs zu bestätigen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Altersbestimmung_(Arch%C3%A4ologie)" title="Altersbestimmung (Archäologie)">Altersbestimmung</a></li>
<li><a href="Klimageschichte" title="Klimageschichte">Klimageschichte</a></li>
<li><a href="Isotopenuntersuchung" title="Isotopenuntersuchung">Isotopenuntersuchung</a></li>
<li><a href="Fossiles_Wasser" title="Fossiles Wasser">Fossiles Wasser</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.rsmas.miami.edu/groups/tritium/">Tritium Laboratory</a> (engl.)</li></ul></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2025-10-29" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Tritiummethode&amp;oldid=261059608">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
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